Schottland setzt auf Windkraft

So ein stürmischer Wind wie hier an der Küste von Schottland kann für uns Vögel ganz schön gefährlich werden und uns weit vom Kurs abtreiben. Für die Energiegewinnung ist er jedoch ein echter Glücksfall. Denn Windkraftanlagen können daraus sauberen Strom erzeugen. Toll, oder? Schottland ist hierfür ein gutes Beispiel und bietet enorme Potenziale in der Wasserkraft und Photovoltaik, aber vor allem in der Windkraft.

 

The long and windy road
Schottland setzt auf Windkraft
265 Regentage und Wind, Wind, Wind

Derzeit gewinnen die Schotten noch fast die Hälfte ihrer Energie aus Erdöl – größtenteils mithilfe von Bohrplattformen in der Nordsee. Die Regierung plant aber, noch stärker in alternative Energiegewinnung zu investieren. Das Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen Schottlands bis 2032 um 66 Prozent zu senken. Dazu soll bereits bis 2020 der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Und Schottland ist auf einem guten Weg. Eine Analyse der Naturschutzgruppe WWF ergab:

Windkraft-Anlagen haben im Juni 2017 rund 1 Million Megawattstunden Strom an das Netz geliefert.
Das deckt den Bedarf von fast drei Millionen Haushalten.

 

Schwimmender Windpark vor der Küste Schottlands

Doch das ist noch nicht alles: Schottland hat erst vor Kurzem den ersten schwimmenden Offshore-Windpark eröffnet. Der Hywind Scotland befindet sich rund 25 Kilometer vor der Nordostküste des Landes. Er besteht aus 5 Windrädern mit je 6 Megawatt Leistung, die Türme sind über 250 Meter hoch. Die Rotorblätter haben einen Durchmesser von 154 Metern. Echt gigantisch!

Das besondere an dem Windpark ist, dass er schwimmt und nicht fest verankert ist. Damit kann er bei Wassertiefen bis über 700 Meter eingesetzt werden – auch in Gebieten, die bisher nicht zugänglich waren. Zum Vergleich: Herkömmliche Windräder lassen sich schon bei Wassertiefen von über 50 Metern nicht mehr befestigen. Doch gerade weiter draußen, wo das Wasser tiefer wird, herrschen besonders starke Winde, mit denen viel Energie erzeugt werden kann.

Ein schwimmender Windpark ist da eine echt clevere Idee, finde ich! Und das Beste kommt noch, denn Experten sagen, dass Hywind zukünftig Strom für bis zu 20.000 Haushalte erzeugen kann. Ich bin gespannt, ob Schottland es mit diesem Konzept bis 2020 schafft, sich ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu versorgen…

Bleibt dran!
Oscar

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