Japan: zurück zur Kernenergie?

Japan - zurück zur Kernenergie?

Ich bin in Japan und fliege gerade über die Stadt Fukushima, wo sich vor sechs Jahren eine nukleare Katastrophe im Atomkraftwerk (AKW) ereignet hat. Obwohl ich zur Sicherheit in einer ziemlichen Höhe unterwegs bin, stellen sich mir beim diesem Anblick alle Federn auf: eingestürzte Häuser, Autowracks, nur eine Hand voll Menschen und die tragen unheimliche Atemmasken und Schutzanzüge. Fukushima ist auch heute noch Sperrzone.

 

Die Schattenseiten der Kernenergie

Mit der Atomkraft ist das so ein Ding. Funktioniert alles prima, ist das eine Sache. Aber auch dann ist die Frage nach der Endzeitlagerung von Atommüll noch nicht geklärt.
Und was passiert – na ja, wenn was passiert? Ein Unglück wie zum Beispiel ein Erdbeben. Dann haben wir den Salat. Oder eben keinen Salat – für seeehr lange Zeit.

Die Aufräumarbeiten sind sehr schwierig. Stellt euch vor, die Strahlung ist stellenweise so hoch, dass sogar der modernste Roboter kaputt geht. Wegen dieser Belastung im Umkreis des AKW können bis heute mehr als 70.000 Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren. Experten schätzen, dass es noch rund 40 Jahre dauert, bis der Atommüll beseitigt und die Anlage komplett stillgelegt ist.

 

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Japan ist nach dem Unglück aus der Atomkraft ausgestiegen. Doch jetzt wird der Strom knapp. Damit die Lichter nicht ausgehen, hat die Bevölkerung den Stromverbrauch stark reduziert und verwendet beispielsweise LED-Lampen und andere energieeffiziente Technik. Find ich gut!

Allerdings geht der Ausbau der erneuerbaren Energien nur langsam voran. Japan bezieht derzeit etwa 11 % seines Stroms aus regenerativen Quellen – der größte Teil davon ist Sonnenenergie.

 

Japans Regierung will zurück zur Atomkraft

Aber anstatt Solar, Wind, Biomasse und Geothermie weiter auszubauen und mehr saubere Energie zu gewinnen, plant Japans Ministerpräsident tatsächlich, zur Atomkraft zurückkehren – ist das denn zu fassen? Bis 2030 sollen 30 % des Stroms aus AKWs kommen, 50 % aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken und nur 20% aus erneuerbaren Energien. Als ich das gehört habe, bin ich fast vom Ast gefallen! Auch die Bevölkerung protestiert dagegen.

Katastrophen wie Fukushima zeigen uns doch, dass es höchste Zeit ist umzudenken! Ich mache mich deshalb gleich wieder auf die Suche nach umweltschonenden und sicheren Alternativen zur Atomkraft. Die können vielleicht auch irgendwann die japanische Regierung überzeugen…

Bleibt dran!
Oscar

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