Dubai – eine Stadt der Superlative setzt auf Erneuerbare

Ich wollte meine Federn mal wieder etwas aufwärmen und dafür schien mir ein Stopp in Dubai genau richtig. Von Dubai habe ich auch schon viel gehört. Angeblich passieren Veränderungen hier so schnell, dass man ihnen praktisch zusehen kann…

Dubai steht vor einigen ökologischen Herausforderungen. Der Energieverbrauch pro Kopf hier ist einer der weltweit höchsten. Jetzt will Dubai aus seiner Abhängigkeit von fossilen Energien ausbrechen.

Smarte Palmen

Das Erste, das mir beim Landeanflug ins Auge sticht, sind die „smart palms“ am wunderschönen Strand von Jumeirah. Die sehen nicht nur cool aus und spenden den Strandgehern Schatten, sie produzieren auch Strom aus Sonnenenergie. Mit diesem Strom können besagte Strandgeher dann ihre Handys und Tablets aufladen. Die Palme dient nebenbei auch als Infopoint mit gratis Wifi-Zugang.

Oscar in Dubai vor einer sogenannten Smart Palm

 

Eine Stadt in der Stadt

Habt ihr schon mal von Ökostädten gehört? Davon gibt es weltweit schon ein paar, eine wird gerade in Dubai gebaut.

Ich muss sagen, das Ganze sieht ziemlich vielversprechend aus. Die Mischung von traditionell orientalischer und moderner Architektur gefällt mir. Auch, dass der Fokus nicht nur auf ökologischer sondern auch auf sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit liegt, finde ich gut.

Ökostadt in Dubai

Bislang haben 500 Wohnhäuser in den Wintermonaten auf ihrer Betriebskostenabrechnung eine dicke, fette Null stehen. PV-Anlagen auf den Hausdächern und Parkplätzen sorgen für eine Deckung von 40% des jährlichen Energieverbrauchs.

PV Module als Parkplatzüberdachung in der Ökostadt

Die Häuser sind schlau entworfen, aus CO2 armem Material erbaut, mit dicken Wänden versehen und nach Norden ausgerichtet. Um die Bewohner fit und die Luft frisch zu halten, haben die meisten Wohnhäuser keine Parkplätze. Autos werden etwas außerhalb abgestellt, wo bei Bedarf elektrische Buggies für die Bewohner bereit stehen.

Was ich wirklich toll finde, sind die Kühltürme (ja genau, wie im alten Ägypten!), durch die Gemeinschaftsbereiche draußen auch in den heißen Monaten nutzbar werden. Diese Außenbereiche sind Teil des sozialen Nachhaltigkeitskonzepts der Stadt.

In großen Gewächshäusern, in der Stadt als Biodome bekannt, wachsen Gemüse und Kräuter für die Bewohner. Die Gemeinschaft erzielt hier mehr als sie verbraucht und der Überschuss wird an lokale Supermärkte verkauft.

Oscar im Biodom

Recycling wird auch beim Wasser groß geschrieben. Für die Bewässerung der Pflanzen wird aufbereitetes „Grauwasser“ (gering verschmutztes Abwasser, wie es beim Duschen oder Händewaschen anfällt) verwendet, das mit Hilfe eines uralten Bewässerungssystem (Falaj) optimal eingesetzt wird.
An vielen weiteren Projekten wird derzeit noch gearbeitet. Darunter ein Hotel und ein Innovationszentrum das 100% von solarer Energie versorgt werden sollen.

Schön ist es hier, aber langsam wird es mir dann doch ein bisschen zu warm…
Bis bald Dubai und viel Glück auf dem Weg zur Ökostadt!

Teile deine Gedanken